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Er dokumentierte unsere Arbeit. Nun dokumentiert er den Krieg.

  • Autorenbild: Michael Heger
    Michael Heger
  • 12. März
  • 3 Min. Lesezeit
Das Bild der Zerstörung in Baalbek, von Jonathan Labusch eingefangen.
Das Bild der Zerstörung in Baalbek, von Jonathan Labusch eingefangen.

Jonathan Labusch ist 24 Jahre alt und freiberuflicher Fotojournalist. Noch letzten Monat hat unsere Arbeit im Libanon dokumentiert. In Baalbek, im Osten des Landes, hat er begleitet, was wir dort jeden Tag tun: Hilfe für syrische Geflüchtete, für Libanes:innen in Not. Er war mit unserer mobilen Klinik unterwegs und hat mit Vanja eine Schule eröffnet.


Was Jonathan erlebt hat, hat ihn beeindruckt. Weil wir nicht nur Nothilfe leisten. Sondern dafür sorgen, dass geflüchtete Menschen Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung haben. Nicht damit sie im Camp überleben. Sondern damit sie einen Weg raus finden. Damit nicht die nächste Generation im gleichen Zelt aufwächst.


Dann, am 2. März, eskalierte die Situation. Die ersten Bomben schlugen ein. Doch Jonathan blieb.


Er steht auf einem Balkon in Beirut, die Stadt hinter ihm in warmes Abendlicht getaucht. Friedlich sieht es aus. Doch der Schein trügt.



«Schlimmer als 2006»

Menschen aus dem Süden des Libanon und aus den südlichen Vororten mussten in den Norden fliehen – mitten in der Nacht, oft ohne Zeit zum Packen. Es fehlt an allem: Zelte, Matratzen, Nahrung. Einheimische sagen Jonathan, die Anspannung sei schlimmer als im Krieg von 2006.


Das Dilemma der Hilfsbereitschaft

Jonathan beschreibt die Libanes:innen als extrem warmherzig und grosszügig. Viele wollen helfen, geflüchtete Menschen aufnehmen. Aber gleichzeitig ist da diese Angst: Wer Menschen bei sich aufnimmt, könnte selbst zur Zielscheibe werden. Das Misstrauen zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften sitzt tief.

Aussen Alltag. Innen Panik.

Morgens sieht es im Zentrum von Beirut aus, als würde das Leben ganz normal weitergehen. Die Leute gehen zur Arbeit. Doch hinter dieser Fassade herrscht enorme Anspannung. Die Ungewissheit darüber, was als Nächstes kommt, nagt an den Menschen. Während die einen zumindest vordergründig noch ihrem Alltag nachgehen können, haben andere alles verloren. Seit Anfang März werden ganze Dörfer und Stadtteile dem Erdboden gleichgemacht. Eine Million Menschen sind auf der Flucht. Ein Fünftel der Bevölkerung.

Was wir jetzt tun.

Als kleine Organisation können wir etwas, was die Grossen oft nicht können: sofort reagieren. Ohne Bürokratie. Wenn wir heute an einem Ort Lebensmittelpakete verteilen und morgen die Brücke dorthin gesprengt wird – dann liefern wir übermorgen Medikamente woanders hin. Diese Flexibilität rettet Leben.

Unsere mobile Klinik ist seit 2021 im Einsatz. Tausende Menschen wurden seither behandelt. Jetzt, im Krieg, steigt die Zahl noch stärker. Gleichzeitig verteilt unser Team Nothilfepakete – Lebensmittel, Hygieneartikel, Windeln – dort, wo die Not am grössten ist.

Und dann ist da diese Schule. Was wir euch bisher noch gar nicht erzählt haben, weil so viel passiert ist: Kurz bevor der Krieg eskalierte, haben wir eine Schule eröffnet, die geflüchteten Kindern Bildung ermöglicht. Jonathan war dabei und hat es für uns dokumentiert. Doch dazu mehr in den nächsten Wochen.

All das ist Borderfree. Nicht nur reagieren. Sondern aufbauen. Auch dann – gerade dann – wenn alles zusammenbricht.

Wir sind vor Ort. Und wir brauchen dich.

Unser lokales Team ist vor Ort. Jeden Tag. Mitten in dieser Krise. Die Klinik läuft. Die Schule steht. Die Nothilfe erreicht die Menschen.

Mit deiner Spende ermöglichst du, dass wir weiterhin medizinische Versorgung, Nahrungsmittel und das Nötigste zu den Menschen bringen, die alles verloren haben.

Spende jetzt via border-free.ch/spenden

Danke, Jonathan, für deinen Mut und deinen Blick. Und danke dir – dass du Teil der Borderfree Family bist!

 

 
 
 

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